Molekulargenetik

Random Nets I. Ein Tiroler Gerücht“
„Random Nets II. Amerikanische Kombinationen.“
in:
Spielregeln. 25 Aufstellungen. Eine Festschrift für Wolfgang Pircher (hg. Peter Berz, Marianne Kubaczek, Claus Pias, David Unterholzner, Eva Laquièze-Waniek), Berlin Zürich (diaphanes) 2012, S. 25 – 40, 343 – 359.
Der zweiteilige Beitrag geht den Konvergenzen im biologischen Denken von Conrad Hal Waddington und zwei der ersten Denker einer allgemeinen Theorie der Netzwerke nach, William Ross Ashby und Stuart Kauffman. Er stellt dar, daß die Netzwerk-Theorie Kauffmans auf einer 1968 noch jungen Entdeckung aufbaut: Jacob/Monods schaltenden Genen, entwickelt am sogenannten Lactose-Operon. Es handelt sich um einen besonderen Fall der Konvergenz von technischen und biologischen Wissenschaften im Zeichen der Kybernetik der 60er Jahre.

Monods Tagtraum. Begriff und Gestalt“
in:
Begriffsgeschichte der Naturwissenschaften. Zur historischen und kulturellen Dimension naturwissenschaftlicher Konzepte (hg. Ernst Müller, Falko Schmieder), Berlin, New York 2008, S. 301 – 324.
In der molekularen Kybernetik des französischen Nobelpreisträgers Jacques Monod spielt die räumliche Struktur von Proteinen (Enyzmen) eine zentrale Rolle. Proteine, so Monod, erkennen sich gegenseitig. Eben darum können sie regulatorisch wirken. Die Philosophie Monods macht explizit und implizit aus diesem in die makromolekulare Chemie verlagerten Erkenntnisvorgang Theorie. Sie arbeitet ohne Begriffe, nur mit Gestalterkennung. Am kekuléschen Ende wird sich in einem rationalen Tagtraum der Wissenschaftler selbst mit einem Eiweißmolekül identifizieren.

„Horizontaler Gen Transfer.
Pfropfen am phylogenetischen Baum.“

Vortrag auf der Tagung Pfropfen, Impfen, Transplantieren (Wege der Kulturforschung 2) in L’arc, Romainmôtier 9.8.-12.8. 2007, organisiert von Veronika Sellier (Migros-Kulturprozent) und Uwe Wirth (Universität Gießen).
Der Vortrag nimmt die Bezugnahmen des französischen Philosophen Jacques Derrida (Grammatologie, 1967) auf die seinerzeit noch junge Molekulargenetik zum Anlaß, der molekulargenetischen Version dessen nachzugehen, was phänotypisch Pfropfen heißt. Der Horizontal Gene Transfer, HGT, wie er in den 70er Jahren vor allem von dem amerikansichen Genetiker der zweiten Stunde, Carl Woese, erforscht wird, ist, technisch angewandt, heute nicht nur ein Schlüsselverfahren der modernen Gentechnologie, er setzt auch in der Evolution andere Dispositive: nicht genealogische, prä– oder postdarwinsche.

Seminar Humboldt-Universität Berlin WS 2001/2002:
Francois Jacob: Die Logik des Lebenden

Seminar Humboldt-Universität Berlin WS 2003/2004:
Informationstheorie und Molekulargenetik

Seminar Universität Wien WS 2009/2010
Molekulare Kybernetik. Jacques Monods
Naturphilosophie und ihr wissenshistorischer Horizont